Hauszeitung KurT´s

Unser Hausmagazin heißt KurT's!

Der Name erinnert an den Gründer der Seniorenresidenzen in Hennef und in Ruppichterroth: Kurt Brähmer.

KurT’s ist gleichzeitig auch eine Wortschöpfung, die die Namen der beiden Häuser Kurhaus am Park und Haus Tusculum zusammenfasst. Das Magazin KurT’s berichtet aktuell und interessant über das „Leben in 4 Häusern“, also den Alltag im Kurhaus am Park, Haus Tusculum, Wohnen am Kurhaus und über unserer jüngstes Projekt: Wohnen am Markt.

KurT's schreibt außerdem über verschiedene Aspekte des „Wohlfühlens“, bringt regelmäßig kleine Reise-Reportagen und recherchiert „Termine & mehr“. Die Mitarbeit in der KurT's-Redaktion ist ausdrücklich erwünscht. KurT’s erscheint im zweimonatigen Rhythmus & ist kostenlos.

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Topthema Dezember 2017/Januar 2018: Eine Zeitreise durch die 50er Jahre

Weihnachten mag nach den unmittelbaren Kriegsjahren vielleicht noch ein reines „Fest der Liebe und Besinnung” gewesen sein. Aber schon schnell schlich sich der alljährliche „Konsumrausch“ ein. Die Wirtschaft boomte und hatte 1955 in Westdeutschland mit 10,5 Prozent Zuwachs ihren Höhepunkt erreicht.

Wir wollen Sie heute auf eine Zeitreise durch die 50er Jahre mitnehmen. Diejenigen von Ihnen, die diese Zeit miterlebt haben, werden viele altbekannte, vielleicht auch liebgewonnene Details entdecken. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren viele Städte in Deutschland zum großen Teil zerstört. Die Männer waren im Krieg als Soldaten eingezogen worden und entweder gefallen, vermisst oder als Kriegsversehrte zurückgekehrt. Damit lastete die Arbeit auf den Frauen. Sie mussten die Trümmer beseitigen und für einen Neuanfang sorgen. Es gab viel zu tun für wenige Arbeitskräfte.

Anfang der 50er Jahre arbeitete etwa noch jede vierte Frau halbtags oder ganztags. Die Kinder saßen oft mit über vierzig anderen Kindern zusammen in der Schule und wurden von einem Lehrer unterrichtet. Nach dem Unterricht waren sie sich dann selbst überlassen. Davon kommt auch der berühmte Ausdruck „Schlüsselkind“. Sie lernten früh, selbständig zu sein. In ihrer Freizeit waren sie meist draußen und vergnügten sich mit Renn-, Hüpf- und Fangspielen wie Räuber und Gendarm, Gummitwist, Fußball und Blinde Kuh. Bei schlechtem Wetter wurde drinnen mit Schuco-Autos, Schildkröt- oder Steiff-Puppen und Holz- oder Legosteinen gespielt. Besonders beliebt waren Gesellschaftsspiele für die ganze Familie. Das Maskottchen der Programmzeitschrift Hörzu, Mecki, der Igel, wurde zur Lieblingsfigur.

In der Möbelindustrie gab es einerseits grafische Formen mit Nierentischchen, Schalensesseln mit filigranen Füßchen und Tütenlampen sowie andererseits den „Gelsenkirchener Barock“ mit wuchtigen Schränken und Vitrinen, in denen reichlich Platz für Nippes war. Die neue Luxusversion des Plattenspielers konnte automatisch bis zu zehn Schallplatten abspielen.

Anfang der 50er kamen die ersten neuen Autos auf den Markt: der Lloyd 300, besser bekannt als „Leukoplastbomber“ für rund 3.400 DM und der VW-Käfer für rund 4.400 DM. Der Reiselust stand nichts mehr im Wege. Die beliebteste Art, die Ferien zu verbringen, hieß Zelturlaub. Geschlafen wurde auf der Luftmatratze, das Essen kam vom Grill oder Campingkocher. Beliebte Urlaubsziele waren der Rhein, der Schwarzwald, Tirol und bald auch Italien.

Schon 1951 änderte sich das Bild der Frau. In der DDR waren Frauen begehrte Arbeitskräfte und wurden im Rahmen des Fünfjahresplanes sogar speziell in Industrieberufen ausgebildet. Deren Kinder waren meist ganze oder halbe Tage in der Krippe untergebracht. In Westdeutschland dagegen wurde das Bild der Frau als Hausfrau und Mutter propagiert.

Das Fernsehen setzte sich durch. Ein Fernsehgerät kostete etwa 1.000 DM und wurde gehegt und gepflegt. Man traf sich in Haushalten, die schon einen Fernseher angeschafft hatten und schaute gemeinsam das Abendprogramm.

Die Lieblingslektüre im Jahre 1953 waren Comics und Bücher wie: Fix und Foxi, Micky Maus, Lurchi, und Piccolo-Hefte. Die Erstausgabe des Playboy — mit Marilyn Monroe auf dem Titelbild — erschien, was die Jugend erfreute, die Eltern dafür überhaupt nicht.

Die Wirtschaft boomte im Westen der Republik und plötzlich gab es mehr Arbeitsplätze als Arbeitnehmer. „Gastarbeiter“ aus Italien, Griechenland, Spanien und anderen Ländern kamen zum Arbeiten in die BRD. Viele blieben auf Dauer und holten ihre Familien nach. Dadurch gab es bald Pizza und Gyros in Deutschland.

Die meisten Fußballbegeisterten können sich noch an den 4. Juli 1954 erinnern: Das Wunder von Bern. Gemeinsam saß man vor dem Fernseher und jubelte über den 3:2 Sieg Deutschlands gegen Ungarn. Helmut Rahn war der Torschütze. Die Nationalelf wurde von Sepp Herberger seit 1950 trainiert. Diese facettenreiche, charismatische Persönlichkeit war bekannt für seine Aussprüche: „Der Ball ist rund. Der nächste Gegner ist immer der schwerste. Ein Spiel dauert 90 Minuten. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Nicht nur Fußball wurde im Fernsehen angeschaut. Mit „Familie Schölermann“ begann die erste deutsche TV-Serie.

Das Goggomobil kam auf den Markt und konnte sogar mit einem Motorradführerschein gefahren werden.

Anfang März 1955 endete die offizielle Besatzung Deutschlands durch die Alliierten. Die Bundesrepublik trat der NATO bei, die DDR hingegen wurde Teil des Warschauer Paktes. Kanzler Adenauer gelang es im September, die Sowjetunion zur Freilassung von rund 10.000 noch in sowjetischer Gefangenschaft befindlichen Kriegsgefangenen zu bewegen. Manch eine Familie erhielt zehn Jahre nach Kriegsende den verloren geglaubten Vater oder Sohn zurück.

Der millionste VW-Käfer lief vom Band und der Messerschmitt Kabinenroller, besser bekannt als „Schneewittchensarg“, wurde angeboten. Er war ein Zweisitzer und hatte rund 10 PS. Die Isetta war ebenso gefragt.

Die Deutschen liebten Rate- und Quizsendungen und romantische Filme. Robert Lembke moderierte „Was bin ich?“ und Romy Schneider war in dem Historienfilm „Sissi“ zu sehen. Heinz Erhardt, ein großer Komiker der 50er Jahre, parodierte in seinen Filmen den typischen Wohlstandsdeutschen, gutmütig, mit dickem Bauch und dicker Brille. Bekannte Filme von ihm sind: „Der müde Theodor“, „Witwer mit fünf Töchtern“, „Der Haustyrann“, „Was ist denn bloß mit Willi los?“. Sein Humor baute sich auf Wortspielen und verdrehten Redewendungen auf.

Technische Neuerungen hielten Einzug in die Haushalte: der Kühlschrank von Bosch, die Waschmaschine von AEG, der Standmixer von Braun. Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg stellte eine dänische Firma „Lego“ vor, das von den Kindern allerdings anfangs nur zögerlich angenommen wurde. .... Mehr oder die ganze Ausgabe lesen ...

Angelika Walter, Haus Tusculum