Hauszeitung KurT´s

Unser Hausmagazin heißt KurT's!

Der Name erinnert an den Gründer der Seniorenresidenzen in Hennef und in Ruppichterroth: Kurt Brähmer.

KurT’s ist gleichzeitig auch eine Wortschöpfung, die die Namen der beiden Häuser Kurhaus am Park und Haus Tusculum zusammenfasst. Das Magazin KurT’s berichtet aktuell und interessant über das „Leben in 4 Häusern“, also den Alltag im Kurhaus am Park, Haus Tusculum, Wohnen am Kurhaus und über unserer jüngstes Projekt: Wohnen am Markt.

KurT's schreibt außerdem über verschiedene Aspekte des „Wohlfühlens“, bringt regelmäßig kleine Reise-Reportagen und recherchiert „Termine & mehr“. Die Mitarbeit in der KurT's-Redaktion ist ausdrücklich erwünscht. KurT’s erscheint im zweimonatigen Rhythmus & ist kostenlos.

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Topthema August/September: Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge brauchen unsere Hilfe

Sind wir noch zu retten? Ein Drittel unserer Lebensmittel – Gemüse, Früchte, Nüsse, Gewürze und Pflanzenöle – ist auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Von den 100 Nahrungspflanzen, die für 90 Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion sorgen, werden 71 von Bienen bestäubt. Nun sind viele Bienenarten vom Aussterben bedroht.

Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge brauchen unsere Hilfe

80 Prozent unserer Fluginsekten sind verschwunden. Als diese Information Anfang des Jahres durch die Presse ging, machte mich das sehr betroffen. Wer soll denn demnächst unsere Blüten befruchten, wenn es keine Wildbienen und Hummeln mehr gibt? Und nicht nur das: Wenn es keine Fluginsekten mehr gibt, haben auch die Tiere, die von ihnen leben, wie Vögel, Fledermäuse, Reptilien oder Amphibien keine Nahrung mehr. Und so geht das in der Nahrungskette weiter.

Einstein soll einmal gesagt haben: „Wenn es keine Bienen mehr gibt, hat der Mensch noch vier Jahre zu leben!“ Ich war so betroffen, dass ich mich weiter informierte und all meine Projekte im Mai unter dieses Thema stellte.

Verursacher ist besonders die industrielle Landwirtschaft mit ihren Monokulturen und dem hohen Einsatz von Pestiziden, aber auch der hohe Konsum von Fleisch und die Zersiedlung der Landschaft sowie die Zerstörung der natürlichen Lebensräume der Tiere. Dringend muss sich auf diesen Gebieten etwas ändern. Wir können darauf Einfluss nehmen, indem wir zum Beispiel weniger Fleisch essen und biologisch erzeugte Produkte kaufen. Jeder Einzelne kann etwas für den Erhalt der Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge tun. Selbst auf einem Balkon ist es möglich, eine kleine Oase zu erschaffen, indem man bei der Bepflanzung darauf achtet, dass auch Pollen bildende, nektargebende heimische Pflanzen dabei sind. Denn unsere überzüchteten Blumen sind zwar schön anzusehen, produzieren aber keinen Pollen und keinen Nektar mehr oder der Zugang zum Nektar ist durch gezüchtete zusätzliche Blütenblätter versperrt.

Hat man einen Garten zur Verfügung, gibt es vielfältige Möglichkeiten. Lässt man eine Stelle verwildern, siedeln sich heimische Wildpflanzen ganz von alleine an. Man kann aber auch eine Wildblumenwiese aussähen oder einen Teil des Garten seltener mähen oder gezielt einheimische nektargebende Pflanzen in den Garten einbringen. „Insektenhotels“ gibt es inzwischen vielerorts zu kaufen. Es macht aber auch Freude, besonders mit Kindern, sie selbst herzustellen. Wir haben gemeinsam mit den Kindern der Tageseinrichtung für Kinder Seelkirchen e. V. ein günstig gekauftes Insektenhotel funktionstüchtig gemacht. Häufig wird bei gekauften Insektenhotels Bambus verwendet, der maschinell geschnitten wird, so dass die Verdickungen im vorderen Teil liegen und die Röhren verschlossen sind. Wir haben mit einem Draht geprüft, ob die Röhren lang genug sind. Mindesten neun Zentimeter sollten sie lang sein. Wenn nötig haben wir sie aufgebohrt und schön mit Schmirgelpapier glatt geschliffen. Denn die Wildbienen gehen nicht das Risiko ein, sich ihre zarten Flügel zu verletzen. Fächer mit Holzstückchen oder Holzwolle haben wir geleert und Ton hinein gedrückt. In diesen haben wir mit einem Stab von zehn Millimeter Durchmesser ebenfalls Röhren gebohrt. Diese Röhren im Ton werden besonders gern angenommen. Ein anderes Fach haben wir mit Ästchen von Forsythie, Bambus und Disteln gefüllt. Die Kinder haben sie auf die richtige Länge abgeschnitten, geschmirgelt und das Ende mit Ton oder Watte verschlossen.

Es hat Freude gemacht, den Kindern zuzuschauen, mit welchem Eifer sie bei der Sache waren. Auch einer unserer Männer half eifrig bei den handwerklichen Arbeiten. Die übrigen Kinder und Senioren haben gemeinsam mit mir ein Plakat gestaltet. Da sowohl Schmetterlinge als auch Wildbienen auf unsere heimischen wilden Blumen angewiesen sind, wurden die entsprechenden Pflanzen und Tiere dort abgebildet mit den wichtigsten Grundsätzen: — kein Einsatz von Pestiziden, — heimische nektargebende Pflanzen im Garten, — einen Teil des Gartens verwildern lassen oder wenigstens seltener mähen, — eine Wildblumenwiese anlegen, — ein „Insektenhotel“ aufstellen.

Hilfreich ist auch eine kleine Wasserstelle und ein kleiner Stapel Holz, welches dort verwittern darf. Abgesehen davon, dass man so eine kleine Oase für die Tiere schafft, gibt es dort auch viel zu beobachten. Dort summt und krabbelt es bald wieder. Besonders gut passte es, dass der Kindergarten zwei Tage später einen Naturtag für Väter mit ihren Kindern veranstaltete. ... mehr zum Titelthema lesen

Barbara Balke
Haus Tusculum